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Geistliches Wort zur Lage

Reiter der Nivellierung

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Wie Pandemien die Welt veränderten

Pandemien haben die menschliche Gesellschaft und Politik im Laufe der Geschichte stark beeinflusst. Von der Justinianischen Pest des sechsten Jahrhunderts bis zur spanischen Grippe des letzten Jahrhunderts haben Pandemien den Zusammenbruch von Imperien ausgelöst, herausragende Mächte und Institutionen geschwächt, soziale Umwälzungen verursacht und Kriege niedergeschlagen. Hier sehen wir einige der tödlichsten Pandemien und wie sie den Verlauf der Menschheitsgeschichte beeinflusst haben.

Justinianische Pest

Eine der tödlichsten Pandemien in der Geschichte brach im sechsten Jahrhundert in Ägypten aus und breitete sich schnell in Konstantinopel aus, der Hauptstadt des oströmischen (byzantinischen) Reiches. Die Pest wurde nach dem damaligen byzantinischen Kaiser Justinian benannt. Bei dem Ausbruch, der sich von Konstantinopel in den Westen und in den Osten ausbreitete, kamen bis zu 25 bis 100 Millionen Menschen ums Leben. Die Pest traf Konstantinopel hart, als das Byzantinische Reich unter Justinians Herrschaft auf dem Höhepunkt seiner Macht stand. Das Imperium hatte einen Großteil der historisch römischen Mittelmeerküste erobert, darunter Italien, Rom und Nordafrika. Die Pest würde in verschiedenen Wellen zurückkehren und schließlich 750 n. Chr. Verschwinden, nachdem das Reich erheblich geschwächt worden war. Als die byzantinische Armee nach der Ausbreitung der Krankheit keine neuen Soldaten rekrutieren und keine militärische Versorgung der Schlachtfelder sicherstellen konnte, wurden ihre Provinzen angegriffen. Die Pest hatte Konstantinopel auch wirtschaftlich schwer getroffen und seine Kriegsmaschine erheblich geschwächt. Als die Pest verschwand, hatte das Imperium Gebiete in Europa an die Franken und Ägypten und Syrien an die Araber verloren.

Aktualisiert ( Sonntag, den 28. Juni 2020 um 11:07 Uhr )

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Herr, hilf uns. Wir gehen zugrunde

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Dr. Isaac Padinjarekuttu

Da man viel Zeit hat, liest man in diesen Tagen die alten Vorlesungsskripten und ich fand unter den Vorlesungen über die Kirchenväter eine Homilie von St. Petrus Chrysologus über den Sturm auf dem See (Mt 8,23-27). Einige Zitate finde ich sehr passend für unsere Zeit und unsere Anliegen in diesen Zeiten.

„Des Steuermanns Kunst wird nicht erprobt bei heiterem Himmel, sondern im Sturm des Unwetters. Ist der Himmel klar, kann auch der letzte Schiffsjunge das Schiff steuern; wenn aber die Stürme gewaltig toben, ist die Kunst des ersten Meisters erfordert. Als daher auch die Jünger sahen, dass die Kunst der Schiffsleute vergeblich sei, dass das Meer gegen sie wüte, dass die Fluten lechzten nach ihrem Untergang, dass die Wirbelwinde sich gegen sie erhoben hatten, da flüchteten sie sich vor Angst zum Lenker des Weltalls selbst, zum Steuermann der Welt, zum Meister der Elemente, und flehten ihn an, er möge die Wogen stillen, die Gefahr beseitigen, Rettung schaffen den Verzweifelten. Und seine Jünger traten zu ihm, weckten ihn und sprachen: ‚Herr, hilf uns. Wir gehen zugrunde‘. Und Jesus sprach zu ihnen: ‚Warum seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen‘?“ Möchten doch auch wir den in uns schlafenden Christus mit dem lauten Seufzer des Herzens, mit der Stimme unseres Bekentnisses, mit den Tränen eines Christen, mit lautem Weinen, mit den Angstrufen der Apostel wecken und rufen: ‚Herr, hilf uns! Wir gehen zugrunde!‘ Und genau paßt ja auch die Lesung auf unsere Zeit, wie geschrieben steht: ‚Der Nordwind ist ein rauher Wind.‘ Seinem Namen nach wird er der ‚Rechte‘ genannt; Dieser rauhe, von rechts wehende Nordwind ergießt sich nach Süden, nach Ost und West in furchtbarem Sturm, wühlt die Meere auf, verpestet die Lüfte, stürzt um die Berge, verzehrt die Städte, versenkt ganze Provinzen und wandelt den Erdkreis um in ein einziges Wrack. Daher kommt es, dass das Schifflein Christi bald hoch gegen Himmel geschleudert wird, bald in die Abgründe der Furcht hinabgeworfen wird. Bald läßt es sich lenken durch Christi Kraft, bald sich hin und hertreiben von Angst und Furcht; bald wird es bedeckt mit den Fluten des Schmerzes, bald ringt es sich sicher hindurch auf den Flügeln des gläubigen Bekenntnisses. Wir aber, Brüder, wollen immer und immer wieder rufen: ‚Herr, hilf uns! Wir gehen zugrunde!‘ Und in der Tat, Brüder, wenn wir wirklich uns als einen menschlichen Leib auffassen würden, wenn wir glauben wollten, dass die, die da untergehen, unser eigen Fleisch und Blut wären, so würden wir in der Zucht des Fastens, in dem Seufzer des Gebetes unter Tränenströmen ohne Unterlaß rufen: ‚Herr, hilf uns! Wir gehen zugrunde!‘ Laßt uns zurückkehren zum Herrn, damit der Herr zu uns zurückkehre! Lassen wir ab vom Bösen, damit das Gute wieder ans Tageslicht komme! Laßt uns dienen dem guten Gott, unter der Leitung und Hilfe Christi, unseres Herrn, dessen Ehre und Herrlichkeit währt ohne Ende von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

Ehrlich gesagt bin ich überzeugt, dass die gegenwärtige Krise keine kleine, rasch vorübergehende Krise sein wird. Es könnte uns sehr viel lange beschäftigen. Sie wird gewaltige, unvorhersehbare Folgen haben. Als Christen haben wir in unserer Tradition eine gewaltige Waffe gegen jede Gefahr, Das Gebet. Diesen Schatz finden wir in der Bibel und im Leben und Schriften der Heiligen. Unzählige Christen schöpfen im Gebet Mut, Kraft, Trost und Heil. Wir haben zahlreiche Beispiele in der Geschichte der Kirche, wo einzelne Christen und Gemeinschaften in Not und Gefahr durch Gebet gerettet worden sind. So können wir auch in diesen Tagen neben unsere medizinische und technische, auch diese geistliche Waffe gegen diesen unsichtbaren Feind einsetzen. Drei Dinge, die wir in diesen Tagen unbedingt brauchen können: Geduld, Intelligenz und Gebet.

 

Aktualisiert ( Freitag, den 17. April 2020 um 14:03 Uhr )

 

    

Aktualisiert ( Dienstag, den 17. März 2020 um 15:16 Uhr )