Von Dr. Isaac Padinjarekuttu 

Ich befinde mich in der dritten Woche der durch Coronapandemie erzwungenen Isolation von allen öffentlichen Aktivitäten, einschließlich meiner priesterlichen Tätigkeiten. Es gibt Fragen, die ich mir über mein Leben als Priester und die Rolle der Kirche inmitten dieser weltweiten Krise stelle. Es gibt Fragen, die Menschen über die Kirche und ihre Relevanz in diesen Zeiten und nach dieser Krise stellen. Die Kirchen sind für alle Gottesdienste geschlossen und die Priester sind offenbar fassungslos. Priester, denen bei einem Gottesdienst immer viele Menschen zur Verfügung standen, sind gezwungen, die Messe still und alleine zu feiern, wenn sie sich dazu entschließen sollten. Der hektische Aktivismus fehlt in ihrem Leben und es gibt Zeit, sich zu setzen und zu beten, was oft vernachlässigt wurde. Für viele Menschen ist es eine Zeit, zu den Erinnerungen an den früheren Glauben zurückzukehren, den sie einst gelernt und gelebt hatten, aber dann einfach aufgegeben haben, weil er nicht cool war. Einige Leute fragen: Wo ist die Kirche in dieser Krise? Sie meinen, die Bischöfe haben die Befreiung von der Sonntagspflicht gewährt und sind nur noch selten wahrnehmbar, was nicht die ganze Wahrheit ist. Einigen Kritikern der Kirche zufolge ist die Kirche mit ihren massiven Strukturen gescheitert, hat sich zurückgezogen und ist irrelevant geworden. Was bewegt wird, wird von Politikern und anderen Organisationen getan.

 

Lassen Sie mich zunächst eine einfache Antwort auf diesen Vorwurf geben, dass sich die Kirche zurückgezogen hat. Es ist weit von der Wahrheit entfernt. Allein die katholische Kirche liefert 26% der Gesundheitsversorgung in der Welt. Fügen Sie hinzu, was die anderen christlichen Kirchen tun. Alle diese Krankenhäuser und anderen Einrichtungen sind weltweit in vollem Einsatz und retten Leben. Eine große Anzahl von Menschen, die in diesen Einrichtungen arbeiten, sind Christen oder solche, die von den christlichen Kirchen mit dem Auftrag, Leben zu retten, ausgebildet wurden. Das sakramentale, rituelle Leben der Kirche ist nur ein Teil ihres öffentlichen Lebens. Es gibt andere Dinge, die die Kirche tut, und in einem gesundheitlichen Notfall ist sie mit ihrer vollen Aufmerksamkeit und ihren Ressourcen da.

Kommen wir nun zu den anderen Fragen, die viele Menschen haben über die Auswirkungen der Coronapandemie auf Kirche und Gesellschaft auf lange Sicht. Wir kommen zum Ende einer außergewöhnlichen Fastenzeit. Im liturgischen Kalender ist die Fastenzeit eine Zeit für viele besondere persönliche und gemeinschaftliche Frömmigkeitspraktiken, die in der Kirche eine lange Tradition haben. Aber dieses Jahr hat uns die Coronapandemie eine neue Erfahrung geschenkt. Vielleicht gab es in der Geschichte der Kirche nie eine solche Situation, in der die Sonntagsgottesdienste sogar in Vatikan allgemein abgesagt wurden. Natürlich werden Fragen gestellt. Für den Gläubigen sind sie schwer zu beantworten, besonders wenn sie von Kritikern der Kirche gestellt werden. Ist es nicht ein Mangel an Glauben? Sind Online-Messen wirklich gültig? Wenn wir auf diese Weise uralte Praktiken der Kirche ändern können, können wir dann nicht jede Praxis in der Kirche nach Belieben ändern? Werden die Menschen nach der Krise zu der Kirche zurückkehren? Wird die Kirche langsam entbehrlich werden?

In diesen und ähnlichen Fragen sind mehrere Probleme verborgen. Beginnen wir mit der Frage, ob die vorübergehende Änderung der Sonntagspflicht zu einer Schwächung des Glaubens selbst führen wird und ob die Kirche langsam zu einer bloßen gemeinnützigen Einrichtung wird. Die Kirche hat wegen der Verbreitung des Coronavirus eine Ausnahme gewährt, den Sonntagsgottesdient online oder im Fernsehen mitzufeiern. Die Bischöfe haben die Macht dazu und sie haben es getan, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Einige Leute lehnen es jedoch ab und sagen, dass dies die Bedeutung der Eucharistie in der Kirche herabgesetzt hat. Die Feinde der Kirche sagen, dass es die Hilflosigkeit der Kirche zeigt. Einige Christen möchten hilfreiche Antworten.

Was ist der christliche Glaube? Es ist die Annahme von Jesus Christus, der das Geschenk Gottes an die Menschheit ist, in das eigene Leben. Christen glauben, dass Jesus überall präsent ist, besonders in den Armen und Kranken, Bedürftigen und Ausgegrenzten. Jesus ist auch in dem eucharistischen Brot und Wein präsent. Eine Teilnahme an der Eucharistie im wahrsten Sinn in diesen Zeiten kann man besser durch den Dienst an den Mitmenschen leisten, als an einem Gottesdienst teilzunehmen. Die Eucharistie wird immer noch auf der ganzen Welt in vielen Riten und Sprachen gefeiert. Die Messe wurde nie gestoppt. Die gesunden Priester feiern immer noch jeden Tag die Messe, leider nicht alle. Man kann immer an diesen Messen geistlich teilnehmen. Obwohl in unseren Gemeinden die öffentlichen Messen für eine Weile aufgehört haben, hat die Messe nicht aufgehört. Der Glaube des Volkes ist nicht zusammengebrochen. Es gibt einige vorübergehende Einschränkungen, und das auch aufgrund eines sozialen Notfalls. Soziale Distanzierung hat es immer gegeben, wenn wir Fälle von ansteckenden Krankheiten hatten. Der jetzige Fall ist natürlich etwas Gefährlicheres, und deshalb haben die Verantwortlichen entsprechend reagiert.

Eine weitere Beschwerde ist, dass die Kirche online gegangen ist. Das haben in diesen Tagen auch viele Zeitungen getan. Vielleicht haben sie in Zukunft keine gedruckte Ausgabe mehr. Wird die Kirche auch auf eine Online-Kirche beschränkt sein? Die Kirche wird die Medien nutzen, die die Welt benutzt, und das Internet ist eines davon. Wenn das der Kirche dient, können wir es nutzen. Der heilige Paulus benutzte zu seiner Zeit das Medium des Briefschreibens, um mit seinen Mitchristen zu kommunizieren. Wenn er jetzt leben würde, würde er definitiv die modernen Medien nutzen. Wenn also die Kirche die Menschen auffordert, zu Hause online an der Liturgie teilzunehmen, ist daran nichts auszusetzen, da dies auf eine bestimmte Situation zurückzuführen ist. Die Kirche kann alle Methoden für ihre Seelsorge anwenden.

Einige bezweifeln, dass Online-Messen echte Messen sind. Wenn ja, warum sollte man auch nach der Cornonakrise nicht so weiter machen? Das könnte viele Probleme lösen, zum Beispiel, das Problem des Priestermangels. Es macht einen Unterschied, ob man physisch in einer Kirche an einer Messe teilnimmt, oder ob man auf einem Bildschirm einen Priester eine Messe feiern sieht. Es sind zwei Realitäten. Obwohl viele mit der Feier der Messe auf dem Bildschirm perfekt verbunden sind, ist sie nicht vollständig, weil es keinen Empfang der Kommunion gibt. Aber wir können sagen, dass die Messe auch dann unvollständig ist, wenn eine Person zwar physisch, aber nicht mit ihrem ganzen Wesen, in einer Kirche anwesend ist. Der einzige Unterschied besteht darin, dass bei der Online-Teilnahme die Unvollständigkeit unvermeidbar ist. Aber hier sprechen wir in einer sehr menschlichen Sprache. Was die Disposition eines Menschen vor Gott ist, kann nach unseren äußeren Maßstäben nicht beurteilt, erraten oder gemessen werden. Denken Sie an das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20,1-16). Der Herr gab den letzten Arbeitern so viel wie den ersten. Der Herr ist großzügig. Der Herr kann beschließen, sowohl denen, die an einer Online-Messe teilnehmen, als auch denen, die in einer Kirche anwesend sind, die gleiche Gnade zu erweisen. Es macht keinen Sinn, sich zu beschweren. Sie müssen sich also keine Sorgen machen, dass die Messe, an der wir online teilnehmen, unvollständig ist.

Es ist sinnlos zu spekulieren, ob diejenigen, die es jetzt gewohnt sind, online an der Messe teilzunehmen, wieder in die Kirche kommen werden. Das Maß der Qualität unseres Glaubens ist die Tiefe unserer Beziehung zu Christus. Die Qualität dieser Beziehung wird entscheiden, ob man sich um den Tisch des Herrn versammelt, wenn die Umstände es erlauben. Wenn also echte Liebe im Herzen für Christus ist, werden die Menschen zur Eucharistie kommen und den Leib und das Blut Christi empfangen. Für diejenigen, die keine Liebe zu Christus haben, sind die Rituale sowieso bloße Rituale. Wir werden sie nicht überzeugen oder lehren können. Wenn jemand aufgrund von Krankheit oder anderen unvermeidlichen Gründen daran gehindert wird, an der Beerdigung eines geliebten Menschen teilzunehmen, wird diese Person vielleicht ein Live-Streaming des Ereignisses sehen. Niemand beschwert sich darüber. Aber wenn jemand gesund und fähig ist, wird er nicht sagen, wenn sein Vater oder seine Mutter stirbt, dass er lieber das Requiem und Begräbnis auf dem Computerbildschirm verfolgen wird. Es besteht also kein Grund zu befürchten, dass das künftige Leben in der Gemeinde durch Videokonferenzen oder über Computer und Internet erfolgen wird. Diejenigen, denen die Schönheit der Messe etwas bedeutet, werden in die Kirche kommen.

Vielleicht sollten wir uns mit ein paar anderen Fragen beschäftigen, nämlich, was bedeutet diese Krankheit überhaupt? Krankheit hat manchmal eine große Erziehungskraft. Woran wir nicht denken, wenn wir gesund und erfolgreich sind, daran denken wir, wenn wir krank und bettlägerig sind, wenn wir beschränkt sind, wenn wir kontrolliert werden, wenn wir daran gehindert werden, das zu tun, was wir normalerweise tun. Die Bibel spricht von Menschen, die mit Krankheit bestraft wurden, und auch in der Geschichte der Kirche gab es Heilige, die durch Krankheit zur Heiligkeit gelangten. Das Coronavirus erweist sich als ein gewaltiger Lehrmeister, und seine Lehren gelten für alle, die Mächtigsten und die am wenigsten Mächtigen, die Reichsten und die Ärmsten. Was sind diese Lektionen?

(1) Erstens lehrt es uns über Leben und Tod. Die Menschen sind sich bewusst geworden, dass der Tod in der Nähe ist. Der Tod bewegt sich heutzutage in vertrauten Kreisen. Dieser Gedanke wird uns helfen, ein heiliges und bedeutungsvolles Leben zu führen. Es gibt eine Kultur um uns herum, die den Tod völlig negativ sieht. Wir vertreiben den Gedanken an den Tod, sobald er auftaucht. Das ist aber keine gute Option. Es kann ein sehr positiver Gedanke sein, dass ich sterblich bin und dass der Tod sehr unerwartet kommen kann. Es hilft uns zu erkennen, was uns lieb und was unwichtig ist. Es hilft uns, Prioritäten im Leben zu setzen. Dann verschwinden unnötige Attraktionen aus dem Leben. Unnötige Aktivität und Stress werden ebenfalls verschwinden.

(2) Zweitens lehrt es, dass Einfachheit möglich ist. Normalerweise reduzieren Menschen während der Krankheit ihr Gewicht. Übergewicht ist ungesund. Dies ist heutzutage manchen Menschen passiert und sie erkennen, dass sie mit wenigem auskommen können. Auch die Kirche hat gelernt, ohne die vielen Programme zu leben, die vielleicht unnötig waren. Wie der heilige Paulus sagte: Alles ist erlaubt – aber nicht alles nützt (1 Kor 10, 23). Es ist also gut zu fragen, ob alles, was wir bisher taten, nützlich war, um die Kirche aufzubauen und das geistliche Leben der Menschen zu fördern. Die Kirche hat eine schwerwiegende Entscheidung getroffen ohne großen Aufwand, Geld und Zeit. Alles geschah in einfachen Schritten. Manchmal verbrauchen wir die Lebenszeit vieler Menschen dafür über Kleinigkeiten zu entscheiden. Das Argument, dass alles, was wir taten, nötig und unbedingt gut war, sollte hinterfragt werden. Einfachheit ist nicht nur ein Thema für Predigten, und nach der Messe zu vergessen. Sie ist ein Wert und überall, im religiösen und im gesellschaftlichen Leben, möglich und wünschenswert.

(3) Ein weiterer Punkt wäre, über Gesundheit nachzudenken. Das Gesundheitswesen ist eine milliardenschwere Industrie. Wenn wir der Gesundheit Bedeutung beimessen, und nicht den Medikamenten, werden die Prioritäten anders sein. Zunächst werden wir die Gesundheitsversorgung für alle Menschen erschwinglich machen, indem wir die notwendige Basisinfrastruktur dafür bereitstellen. Man wundert sich, warum selbst sehr wohlhabende Nationen Schwierigkeiten haben, Menschen auf Abruf einfache Gesichtsmasken zu liefern. Wichtig ist, der Gesundheit Vorrang einzuräumen und nicht dem Verkauf von Medikamenten. Alternative-Medizin ist praktisch aufgegeben oder verspottet, was ich nicht gut finde. Die Kirche, die eine wichtige Rolle in der globalen Gesundheitsversorgung spielt, muss der wirklichen Pflege der Menschen Vorrang einräumen. Gesundheit ist letztendlich ein spirituelles Thema. Nur in einem gesunden Körper wird ein gesunder und spiritueller Geist leben. Es muss eine umweltfreundliche und sozial ausgewogene Gesundheitsversorgung entwickelt werden. Wir leben in einer Welt, in der unheilbare Krankheiten zunehmen, und es ist wichtig, sich um die Menschen zu kümmern, die darunter leiden. Noch wichtiger ist es jedoch, den Menschen zu helfen, ohne Krankheiten zu leben oder sie zu verhindern. Das sollte eine Mission der Kirche sein.

(4) Hoffentlich haben heutzutage alle die Bedeutung der Familie kennengelernt. Die Menschen waren gezwungen, lange Zeit in den vier Wänden der Familie zu bleiben. Niemand konnte eine solche Konformität herbeiführen, aber ein einfaches Virus hat es geschafft. Ein unglückliches Nebenprodukt davon war die Nachricht, dass Scheidungsfälle weltweit zugenommen haben. In vielen Familien ist Frieden nur möglich, wenn sie so wenig Zeit wie möglich zusammen verbringen. Die Kirche lehrt jedoch, dass die Familie die Basis der Kirche und der Gesellschaft ist. Leider sind das, was die Kirche predigt, und die Realität, zwei verschiedene Dinge. Es wird daher notwendig sein, ein neues Seelsorgemodell für die Familie zu entwickeln: Vorbereitung auf die Ehe, Feierlichkeiten in der Familie und vor allem die Begegnung mit den tatsächlichen Problemen der Familie sollten Vorrang haben. Hauskirche ist ein Wort, das heute häufig gehört wird. Dies muss auch nach der Überwindung des Virus so bleiben. Die moderne Kirche sollte wieder mit der Familie beginnen, genauso wie die frühe Kirche, in der die Familie tatsächlich die Kirche war, natürlich, damals die Großfamilie - inklusive Sklaven, Angestellte usw.

(5) Schließlich sollten die Armen nicht vergessen werden. Diese Krise wird entweder eine Welt hinterlassen, in der noch mehr Ungleichheit herrscht als zuvor, oder eine Welt, die die leidende Menschheit als Teil ihrer selbst sieht und mit ihr teilt und eine neue Menschheit schafft. Die Kirche muss hier Initiative ergreifen. Die Armen sind nicht nur diejenigen, die um Geld betteln. Ihre Zahl ist jetzt geringer. Aber es gibt so viele Arme in einer Gemeinde, die den meisten Menschen unbekannt sind. Das Entwicklungsmodell, dem die Kirche folgt, ähnelt oft dem kapitalistischen Modell, bei dem der Profit an oberster Stelle steht, und daher erweisen sich sogar die karitativen Aktivitäten der Kirche als gegen die Armen gerichtet. Zentralisierte Aktivitäten sind nicht gefragt, sondern nachbarschaftliche Betreuung. Jede Familie sollte an die nebenan denken, wie es während der Sperrung der Fall war, als sich die Leute gegenseitig enorm halfen.

Wie die Coronapandemie die Kirche verändern wird, kann derzeit nicht vollständig visualisiert werden. Zumindest kann man Visionen haben. Unnötige Feiern, Luxus, Verschwendung, unnötige Rituale, Ansammlung großer Menschenmengen, all dies wird hoffentlich kritisch überprüft oder sogar verschwinden, und es wird versucht, eine Gemeinschaft engagierter Christen, Einzelpersonen und Gruppen zu schaffen, die vom Evangelium berührt sind. Diejenigen, die nur das gemeinsame Gebet und das gesprochene Gebet betonten, werden lernen, still und mit dem Herzen zu beten. Versammlungen in der Kirche werden hoffentlich zu Versammlungen von Menschen, die die Kraft Christi erfahren haben. Wie der Hausherr, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt (Mt 13, 52), wird die Kirche ihre neuen Ideen hervorholen und anwenden. Die Kirche ist eine pilgernde Gemeinschaft. Sie ist nicht perfekt. Sie muss lernen und vorwärts gehen. Die gegenwärtige Krise ist ein Moment der Bekehrung zu tieferen Wahrheiten. Was Jesus im Johannesevangelium gesagt hat, wird hoffentlich wahr werden: Die Stunde kommt und sie ist schon da, in der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit: denn so will der Vater angebetet werden.  Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten (Joh 4, 23-24). Das Christentum war in den ersten dreihundert Jahren ein einzigartiger Glaube und eine einzigartige Spiritualität, aber dann kam die große konstantinische  Wende und eine massive externe und interne Institutionalisierung, bei der diese Worte Jesu keine Rolle mehr spielten. Der Traditionalismus („toter Glaube der Lebenden“) tarnte sich als Tradition („lebendiger Glaube der Toten“). Jesu Weg erleichtert die Last, die die Menschen tragen (Mt 11, 28-30). Die Kirche muss genau das tun. Wenn die Kirchen wieder geöffnet werden, kehren wir zur Einfachheit der Botschaft des Evangeliums, die während dieser Krise uns aufgezeigt wurde. Es ist eine Chance für alle. Ich glaube nicht, dass die Kirche oder der christliche Glaube irreparablen Schaden erlitten haben. Ich hoffe, dass der Glaube gestärkt wird. Diejenigen, die die Kirche verschwinden sehen wollten und das goldene Zeitalter der Vernunft ohne Religion versprachen, haben auch einen plötzlichen Rückzug eingeschlagen. Wagen wir einen Neuanfang. Mit Gott ist alles möglich, weil für Gott nichts unmöglich ist (Lk 1, 37).

 

Dr. Isaac Padinjarekuttu

Aktualisiert ( Mittwoch, den 08. April 2020 um 10:32 Uhr )