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Wenn man neun Monate vor Weihnachten, außerhalb der Weihnachtszeit, das sehr weihnachtliche Fest der Verkündigung des Herrn feiert, denkt man normalerweise kaum an Weihnachten. Aber in diesem Jahr sollten wir an diesem Tag bewusst an Weinachten denken, denn der Gedanke an das schöne Fest wird uns in diesen Krisenzeiten Zuversicht schenken – nicht nur wegen der Schönheit, sondern auch wegen der tiefen Bedeutung dieses Festes. Gott hat durch die Menschwerdung seines Sohnes das Geschick seiner Schöpfung geteilt und geht mit uns. Er ist Immanuel, Gott mit uns. Aber Gott ist Gott, und deshalb hat er auch seine eigenen Pläne für die Menschen und die Welt. Das anzunehmen wie Maria – „Mir geschehe nach Deinem Wort“ –, ist die Einladung an uns heute, besonders, die Einladung in dieser Krise.

Viele Menschen haben sich in diesen Tagen Gedanken darüber gemacht, was diese Krise zu bedeuten habe. Damit ist schon die Frage indirekt gestellt, was will Gott von mir, von uns als Menschheit durch diese Ereignisse. Ich glaube, Gott will uns Christen sagen, dass wir wieder die Grundtugenden unseres Glaubens üben: Glaube, Hoffnung und Liebe. Glaube, damit wir uns nicht täuschen, dass wir als Menschen grenzenlose Macht und Freiheit haben, und damit wir nicht meinen, dass wir keine größere Kraft über uns dulden sollen. Hoffnung, damit wir nicht pessimistisch werden. Paulus schreibt: Wir rühmen uns der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden (Römer 5: 3-5). Liebe, damit wir das Gebot der Nächstenliebe etwas konsequenter leben, was aber zu grundlegender Änderung unseres bisherigen Lebens führen will. Dann werden wir entdecken, dass es zum Beispiel ein anderes, ganz gefährliches Virus gibt, das ‚Virus‘ Hunger, das täglich fast 8000 Kinder tötet, obwohl der ‚Impfstoff‘ dagegen schon existiert. Er heißt Essen. Darüber spricht man in den Medien aber nicht. Warum? Weil Hunger nicht die Reichen tötet.

Das Evangelium sagt: Für Gott ist nichts unmöglich. Wer die Allmacht Gottes zu bejahen vermag, der kann in vorbehaltlosem Glauben auch das von Gottes Geist bewirkte Geschehen in diesen Tagen akzeptieren und glaubend hoffen, dass es eine bessere, gerechtere Welt nach dieser Krise geben wird. Aber wenn die Weltmächte sich nach dieser Krise wie Ahas, der König in der ersten Lesung, verhalten und versuchen, alles nur politisch und wirtschaftlich zu lösen, dann werden wir aus dieser Krise nicht klüger, weiser und gereift herauskommen.

Wir bitten die Gottesmutter Maria um ihren Beistand, damit wir aus dieser schwersten Krise seit Jahrzehnten gut herauskommen. Wir beten für alle, die in unserem Land und in der ganzen Welt dazu beitragen, dass wir diese Krise gut überwinden. Wir beten für uns selbst, dass Gott uns stärkt, die Beschränkung des täglichen Lebens, die uns auferlegt wurden, aufopfernd tragen zum Wohle aller Menschen.  

Aktualisiert ( Mittwoch, den 25. März 2020 um 15:47 Uhr )